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Sammlungen

 

Das Natureum entstand aus der Vision und dem Wunsch einiger Naturwissenschaftler in Westmecklenburg, ein eigenes Museum zu betreiben und die Natur dieser Region den Einwohnern und Touristen zu präsentieren. Neben einer Ausstellung war von Anfang an die Anlage einer naturwissenschaftlichen Sammlung geplant.

 

Zahlreiche Vereinsmitglieder lieferten bislang Sammlungsobjekte, weitaus mehr sind in den kommenden Jahren zur Übergabe an das Natureum geplant. Einige Sammlungen sind aus Nachlässen in das Natureum gekommen, viele Einzelobjekte als Schenkungen von interessierten Naturfreunden. Zur Aufbewahrung der Sammlungen stehen drei Magazinräume zur Verfügung.

 

Die Sammlung des Natureums besteht z. Z. aus ca. 35.000 Objekten. Die Mehrzahl der Sammlungsobjekte sind Herbarien sowie Insekten- und Molluskensammlungen. Gesammelt werden botanische, zoologische und geologische Belege, vorzugsweise aus dem Westen Mecklenburgs. Die Sammlung des Natureums ist eine der größten im Land und beherbergt zahlreiche Erstnachweise für Mecklenburg-Vorpommern und sogar Typusmaterial, welches sonst nur in den ganz großen Museen zu finden ist..

 

Der derzeitige Sammlungsbestand setzt sich zusammen aus ca. 10.000 Pflanzen-Belegen (inkl. Pilze), ca. 15.000 Insekten, ca. 5.000 anderen Wirbellosen (bes. Mollusken), ca. 500 Präparaten von Wirbeltieren (inkl. Eier, Standpräparate, Flüssig- und Schädelpräparaten) sowie ca. 5.000 geologischen und paläontologischen Objekten.

 

Gegenwärtig befindet sich in der zoologischen Sammlung ein zoologischer Holotypus (inkl. einiger Paratypen) von Alboglossiphonia iberica Jueg, 2008.

 

Weitere geologisch/paläontologische Holotypen sind: Namamedusium wendti Zessin, 2008, Namakuhn cassubei Zessin, 2008, Groeningichnus namibiensis Zessin, 2008, Dimorphichnus juchem Zessin, 2008, Fehmarnichnus lierli Zessin, 2008, Mallorcagryllus hispanicus Asimov & Zessin, 2009, Ploetzgerarus krempieni Zessin, 2009, Bergaueria lagingi Zessin, 2009, Cochlichnus karlae Zessin, 2009, Psammichnites pittermanni Zessin, 2009, Consrader Gestein Polkowsky & Zessin, 2009, Rabensteinfelder Turritellengestein Braasch & Zessin, 2009 und Gyrichnites sauberi Zessin, 2010.

 

Eine sehr umfangreiche, gut etikettierte und wertvolle Sammlung erhielt das Natureum 2006/2007 aus dem Nachlass von Dr. Gerhard Krille (Schwerin), die aus ca. 11.000 Einzelobjekten besteht und damit den Grundstock für die wissenschaftliche Sammlung des Natureums legte. Darunter befinden sich Herbarbögen (ca. 1.500), über 7.000 präparierte Insekten (überwiegend Käfer), über 1.000 Belege Mollusken und einige andere Wirbellose sowie über 1.000 Fossilien und Mineralien. Alle Objekte stammen überwiegend aus Mecklenburg-Vorpommern (Regionen Rostock, Schwerin), z.T. auch aus Sachsen und anderen Gebieten.

 

Besonders das Herbarium enthält weitere bedeutende Sammlungen. Von Walter Dahnke sind 1.213 Belege aus dem Parchimer Raum im Besitz des Natureums, darunter auch Erstnachweise für das Bundesland. Weiterhin erhielt das Museum ein Herbarium des Lehrers W. Hinrichs (Rostock), das 186 Pflanzen aus Spornitz und Ratzeburg enthält, gesammelt zwischen 1914 und 1916.

 

Auch das Herbarium von Uwe Jueg, bestehend aus über 2.000 Pflanzen, ist integriert worden. Eine Sammlung von 103 Crataegus-Belegen (Weißdorn) ist von Gerhard Schulze (Schwerin) dem Museum überlassen worden. Weitere umfangreiche Sammlungen stammen von Brigitte Schurig (bisher ca. 1.150 Belege inventarisiert) und von Rolf Rehbein (bisher ca. 500 Belege inventarisiert).

 

Unter den zoologischen Sammlungen seien weiterhin erwähnt die Schmetterlingssammlungen von Horst Heyden (Jasnitz), bestehend aus über 600 Individuen und die von Uwe Deutschmann (Buchholz) mit bisher ca. 1.200 Schmetterlingen sowie die Insektensammlung von Uwe Jueg mit über 1.000 Exemplaren. Mit ca. 100 Vogeleiern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ehemals Pädagogische Hochschule Güstrow) besitzt das Natureum eine wertvolle Sammlung, die allerdings kaum eine Etikettierung enthält.

 

Aus dem Nachlass von Prof. Heinz Bremer (Hanstorf) erhielt das Museum eine Flüssigpräparatesammlung mit Fischen und Wirbellosen des Salzhaffes bei Boiensdorf. Eine Sammlung von ca. 100 Belegen mariner und limnischer Krebse (bes. Asseln und Flohkrebse) wurden dem Natureum vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde übergeben. Eine umfassende Sammlung heimischer Egel mit über 800 Belegen stammt aus der Sammlung von Uwe Jueg.

 

Die geologisch/paläontologische Sammlung besteht neben den oben erwähnten Belegen von G. Krille aus weiteren mehr als 300 Objekten, insbesondere Geschieben aus Mecklenburg-Vorpommern, viele davon von Werner Schulz (Schwerin). Einige größere Steine sind in einem Geschiebegarten in der Außenanlage zu sehen.

 

Eine umfangreiche paläontologische Sammlung (mehrere tausend Objekte) stammt aus dem Nachlass von Hildebrandt. Alle Sammlungsbereiche werden in den nächsten Jahren erweitert, zahlreiche Sammlungen werden für eine Übergabe vorbereitet, vorrangig von Mitgliedern der NGM. Insbesondere betreffen dies Pflanzen (incl. Moose), Mollusken, Egel und Insekten.

 

Eine Inventarisierung der Bestände hat kurz nach der Eröffnung des Museums begonnen. Aufgrund der ehrenamtlichen Trägerschaft, die zwangsläufig umfangreiche und zeitraubende administrative Aufgaben mit sich bringt, wird die vollständige Erfassung der Sammlung allerdings noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

 

Die Inventarisierung erfolgt digital und parallel in Sammlungsbüchern. Die botanische Sammlung ist aufgearbeitet, die anderen folgen in den nächsten Jahren. Es ist geplant, die Sammlungsbestände in den „Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft West-Mecklenburg“ zu publizieren und im Internet verfügbar zu machen (siehe unten).

 

Die Unterbringung der Sammlungen ist momentan mit gut bis befriedigend zu bewerten. Eine Verbesserung der Magazinräume durch geeignetere Schränke ist vom Finanzvolumen des Vereins bzw. von Spenden abhängig.

 

Die fachliche Betreuung und Pflege erfolgt durch Vereinsmitglieder. Der botanische und zoologische Teil liegt größtenteils in der Verantwortung des Vorsitzenden Uwe Jueg, unterstützt durch die Botanik-Fachgruppe des Landkreises Ludwigslust und des Entomologischen Vereins Mecklenburg e.V. Der geologisch/paläontologische Teil wird von Dr. Wolfgang Zessin betreut.