Die Ludwigsluster Dragoner und das Gefecht von Halen am 12. August 1914
Von Bernd Wollschläger
Am Abend des 1. August 1914 erfolgte die Mobilmachung der mecklenburgischen Truppen. Damit war der Krieg Wirklichkeit geworden. Bereits drei Tage später erreichten die Dragoner per Bahntransport Aachen und überschritten im Verband der 4. Kavallerie-Division die belgische Grenze. Deutschland hatte an diesem Tag die Kampfhandlungen eröffnet mit dem Ziel, die Festung Lüttich im Handstreich zu nehmen.
Die Wegnahme dieser Festung galt als Voraussetzung für die Durchführung des deutschen Operationsplanes dem sogenannten „Schlieffenplan“ wonach starke Kräfte unter Verletzung der belgischen Neutralität die ostfranzösische Festungskette umgehen sollten.
Die Aufgabe der Kavallerie war es Stellungen und Absichten der belgischen Streitkräfte aufzuklären und den Angriff auf Lüttich nach Westen abzuschirmen.
Im weiteren Verlauf des Vormarsches kam es am 12. August bei dem Ort Halen zu einer der letzten großen Attacken an der Westfront von deutschen Reitern gegen die sich abgesessen verteidigenden belgischen Kavalleristen, was für die Dragoner aus Ludwigslust und Parchim zu katastrophalen Verlusten führte.
Innerhalb einer Stunde verloren beide Regimenter 16 Offiziere, 297 Unteroffiziere und Mannschaften durch Tod, Verwundung und Gefangenschaft. Die Verluste an Pferden waren mit 328 vergleichsweise hoch.
Von deutscher Seite hatte man den Gegner und das für Kavallerieattacken ungeeignete Gelände völlig unterschätzt und so verblutete der Angriff im belgischen Schützen- und Maschinengewehrfeuer. Die große Zeit der Schlachtenkavallerie in einem modernen Krieg war endgültig vorüber.
Die verantwortlichen Akteure lobten allerdings noch lange nach dem Krieg den alten „Reitergeist“ den die Dragoner bewiesen hätten bei ihrem Ritt mit eingelegter Lanze ins Ungewisse hinein gegen moderne Feuerwaffen.
Anhand von Bild- und Textdokumenten zeigt eine Ausstellung im Natureum von Ludwigslust die Ereignisse dieses Tages. Besonderes Anliegen ist es die schreckliche Wirklichkeit des Krieges an diesem Beispiel darzustellen und seiner Opfer zu gedenken, deren meist junges Leben sich zu einem frühen Soldatenschicksal vollendete.
Die Ausstellung wird am 1. April, um 18.30 Uhr eröffnet und bis zum 31. Oktober gezeigt. Am Tag der Eröffnung gibt es um 19.30 Uhr zur Ausstellung einen Vortrag.
Die Öffnungszeiten des Natureums sind von April bis Oktober im Regelfall an den Wochenenden und Feiertagen von 10-16 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 2 € und für Kinder 1 €.
Bild zur Meldung: Die Ludwigsluster Dragoner und das Gefecht von Halen am 12. August 1914