Mecklenburg Vorpommern vernetzt
Link verschicken   Drucken
 

Die Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg e.V.  (NGM) feiert 20jähriges Bestehen

21.10.2020

Die Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg e.V.  (NGM) feiert 20jähriges Bestehen

 

Festveranstaltung am 17. Oktober 2020 im Trendhotel Banzkow1

 

 

Am 25.09.2000 wurde die Naturforschende Gesellschaft Mecklenburg e.V. (NGM) gegründet in der Tradition des Vereins der Freunde der Naturgeschichte. Nach nunmehr 20 Jahren kann der Verein auf eine bemerkenswerte Geschichte zurückblicken. Entgegen des allgemeinen Trends der Auflösung von Vereinen in kulturellen und naturinteressierten Bereichen, kann die NGM über relativ konstante Mitgliedszahlen verweisen, auch wenn der Altersdurchschnitt bei 64 Jahren liegt. Der Vorsitzende der Gesellschaft Uwe Jueg (Ludwigslust) gab zu Beginn des Kolloquiums am 17.10.2020 einen Überblick über die 20jährige Geschichte des Vereins mit den vielen bemerkenswerten Errungenschaften.

Herausragend ist die Errichtung und Betreibung eines Naturmuseums, das einzige in Westmecklenburg, das zu 100% ehrenamtlich geführt wird. In fünf Räumen mit einer Dauerausstellung wird die heimische Natur in zahlreichen und z.T. seltenen Exponaten vorgestellt. Im Obergeschoss findet sich ein Raum für Sonderausstellungen (bisher 18), auch zu lokalhistorischen Themen, weil Ludwigslust kein Heimatmuseum besitzt. Die immensen Kosten der Betreibung des Museums werden seit 2014 von der Stadt Ludwigslust mit jährlich 4.100 Euro unterstützt. Seit Eröffnung des Natureums am 21.05.2006 im ältesten Gebäude der Stadt Ludwigslust besuchten ca. 25.000 Gäste das Museum. Fast 200 öffentliche Vorträge und 67 Exkursionen von insgesamt 66 verschiedenen Referenten in den vergangenen 20 Jahren, die monatlich angeboten werden, verweisen auf die breite Akzeptanz der Vereinsarbeit der NGM. Die finanziellen Ausfälle während der Corona-Zeit 2020, in Höhe von 2.200 Euro, konnten freundlicherweise durch die Ehrenamtsstiftung MV ausgeglichen werden.

Das Natureum hat sich auch bzgl. der wissenschaftlichen Sammlungen einen festen Platz in der Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns erarbeitet. Von 18 Einrichtungen mit naturwissenschaftlichen Sammlungen besitzt das Natureum Ludwigslust eine der umfangreichsten (Pflanzen/Pilze ca. 15.000 Belege, Tiere > 20.000 Belege sowie Gesteine, Mineralien und Fossilien > 20.000 Belege).

Der einzige außerschulische Lernort mit naturwissenschaftlichem Hintergrund im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich im Natureum Ludwigslust. Hier haben bisher ca. 450 Klassen und Kindergruppen (fast 8.000 Kinder) Projekttage verlebt.

Seit Bestehen des Vereins konnte jährlich ein Heft der Mitteilungen der NGM herausgegeben werden, darüber hinaus sieben Bücher, Broschüren und Sonderhefte. In den Mitteilungen der NGM publizierten bislang 105 Autoren insgesamt 352 Artikel zu geologischen, paläontologischen, botanischen, mykologischen und zoologischen Themen, die auch überregional bedeutsam sind. Gegenstand von Publikationen sind nicht selten umfangreiche, fachübergreifende Projekte der Gesellschaft, z.B. die Erfassung der Flora und Fauna des LSG Schlosspark Ludwigslust oder einer Streuobstwiese in Kneese, die in Sonderheften zusammengefasst wurden.

Die immense Leistung der Vereinsmitglieder, für die der Vorstand der NGM an dieser Stelle danken möchte, wurde mit einem Kolloquium im Trendhotel Banzkow gewürdigt. Mit der Wahl des Ortes konnte der regionale Bezug zum Ausdruck gebracht werden. Die gehaltenen neun Fachvorträge spiegeln die Vielfalt der Interessengebiete der Vereinsmitglieder wider. Dr. W. Zessin (Jasnitz), K. Thiede (Parchim) und D. Pittermann (Schwerin) referierten über bedeutende geologische Fundplätze und –stücke, z.B. das Sternberger Gestein. Bedeutende Käferfunde in Alt- und Totholz waren Thema des Vortrags von W. Ziegler (Rondeshagen). Die bemerkenswert artenreiche Vogelwelt des Ludwigsluster Friedhofes und aufschlussreiche Beobachtungen von besenderten Störchen stellten M. Hippke (Parchim) und H. Eggers (Lübtheen) vor. Prof. K. Meißner (Güstrow) widmete seinen Vortrag den Überlebensstrategien der Ameisenlöwen und U. Jueg (Ludwigslust) gab einen Überblick über die 36 in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Egelarten. Einige Poster zu fossilen Libellen, den Fledermäusen im Schweriner Schloss sowie zum Pilz des Jahres erstellten Dr. W. Zessin (Jasnitz), Dr. C. Augustin (Rostock) und H. Michael (Neustadt-Glewe). In den Pausen war darüber hinaus eine umfangreiche und ästhetisch gut aufbereitete Pilzausstellung zu sehen (Brigitte Schurig – Schwerin, Hannelore Michael – Neustadt-Glewe, Elfi Hruby – Dreenkrögen). Möge dieses Kolloquium alle Mitglieder und Freunde der NGM motivieren, sich weiterhin der Naturforschung zu widmen, sich für die Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse einzusetzen und das einzige Naturmuseum Westmecklenburgs weiterhin erfolgreich zu betreiben.

Weitere Informationen zur NGM sind auf der Homepage www.naturforschung.info zu finden.

 

Text: Uwe Jueg (Vorsitzender der NGM, im Namen des Vorstandes der NGM)

 

Foto: des Kolloquiums am 17.10.2020. Foto: M. Jueg